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25.04.2012
Feuerbrand

Feuerbrand - Strepto und Firewall wieder genehmigt!


17.04.2012
Ökologischer Landbau

Stärkung des ökologischen Landbaus


30.08.2011
Frostschäden 2011 in Wein- und Obstbau - Beihilfe kann ab sofort beantragt werden
Antragsfrist läuft bis 31. Oktober 2011

Nachdem die einschlägige Verwaltungsvorschrift Ende August 2011 in Kraft getreten ist, können betroffene Wein- und Obstbaubetriebe die von der Landesregierung eingerichtete Beihilfe für Schäden infolge der Spätfröste Anfang Mai dieses Jahres ab dem 1. September 2011 beantragen.

Mitgliederversammlung 2011

Hagelbeihilfe soll nachgebessert werden!

LVEO schlägt niedrigeren Prämiensatz für einen Einstieg vor.

 

Nachbesserungen bei der Hagelversiche­rung, die weitere Förderung von Hagelnet­zen, eine sachlichere Diskussion beim Pflanzenschutz sowie die Beibehaltung der Direktzahlungen nach 2013 - gleich ein ganzes Bündel an Forderungen hat sich der Landesverband Erwerbsobstbau (LVEO) für seine weitere Arbeit auf die Fah­nen geschrieben. Am 01. Februar 2011 wurde der Maßnahmenkatalog auf der Mitglieder­versammlung in Stuttgart behandelt.

Das nach dem heftigen Hagelunwetter vom Mai 2009 auf den Weg gebrachte Risikomanagement mit der Beihilfe zur Ha­gelversicherung hat im vergangenen Jahr nicht den erwarteten Zuspruch gefunden. Die Mittel in Höhe von einer Million Euro wurden nicht ausgeschöpft. Der Grund liegt für LVEO­-Präsident Franz Josef Müller auf der Hand: Die Gewährung des Zuschusses ab einem Prä­miensatz von zehn Prozent liegt zu hoch, zumal der bundesdeutsche Durchschnitt bei acht Prozent angesiedelt ist. Müller forderte die Beihilfe bereits ab diesen acht Prozent zu gewähren unter Beibehaltung der Förderhö­he von 65 beziehungsweise 80 Prozent. „Da­mit könnten wir dann eine Punktlandung bei 800.000 Euro erreichen", erläuterte er.

Wie die Hagelbeihilfe verbessert und vor allem ob sie für die Zukunft gesichert wer­den kann, dazu soll es im Lauf der Woche weitere Gespräche geben, kündigte der ba­den-württembergische Landwirtschaftsmi­nister Rudolf Köberle an. Für das laufende Jahr stünden Haushaltsmittel in Höhe von einer Million bereit.

Agrarpolitik muss verlässlich werden

Der Obstbau sei ein starker Pfeiler der heimi­schen Landwirtschaft, für dessen Produkte es noch Potenzial am Markt gebe. „Das sage ich nicht nur, weil mein persönliches Hauptnah­rungsmittel dort produziert wird", sprach er augenzwinkernd auf seinen täglichen Apfel­konsum von zwölf und mehr Äpfeln an. Die Perspektiven für dieses Jahr mit einer guten

Vermarktung seien gar nicht so schlecht. Mit Blick auf die künftige Agrarpolitik forderte er einen verlässlichen Rahmen, der bis 2020 zu gelten habe, wobei die Ausgestaltung nicht noch bürokratischer werden dürfe. In diesem Zusammenhang appellierte er an das EU-Parlament, dem Kampf um ausreichend Mit­tel im Agrarbereich hohen Stellenwert einzu­räumen und auf keinen Fall eine Reform durchgehen zu lassen, die weiteres Personal für Kontrollen bindet.

Eine Absage erteilte Köberle der im Zusam­menhang mit dem Dioxinskandal erhobenen Forderung nach einer Agrarwende. „Baden-Württemberg hat schon eine stark ökologi­sierte Landwirtschaft. Mit einem Greening der ersten Säule seien nur noch mehr Aufla­gen zu befürchten. Weiter sprach sich der Minister für die Fortführung der Förderung von Erzeugerorganisationen über die Ge­meinsame Marktorganisation für Obst und Gemüse über 2013 hinaus aus. Diese hätten eine wichtige Bündelungsfunktion, um Märk­e zu erschließen und die Produktion über Zuschüsse für Hagelnetze und Baumprojekte zu sichern. Positiv bewertete er das wieder gewachsene Interesse an einer Ausbildung im Obstbau mit derzeit 20 neuen Lehrlingen pro Jahr. Der Wunsch des Berufstandes nach einer stärkeren fachlichen Ausbildung im zweiten Lehrjahr soll bei einer Sitzung im Kultusministerium erörtert werden.

Dialog mit Verbrauchern und dem Handel suchen

Auf den Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften hob auch Jens Stechmann ab. Der neue Vorsitzende der Fachgruppe Obstbau plädierte dafür, das positive Image des Obstbaus auszubauen und beim Verbraucher Probleme offen anzusprechen. „Grüne Themen dürfen wir nicht den Grünen, Greenpeace oder anderen Organisationen überlassen. Auf diesem Gebiet haben wir den nötigen Sachverstand“, betonte er. Qualitätssicherungsprogramme und umweltschonende Produktion seien ein Kosten Faktor, der Handel und Verbrauchern klar gemacht werden müsse. Um aber die Fülle an Aufgaben, zu denen an erster Stelle die Sicherung wirksamer und ausreichender Pflanzenschutzmittel zählt, zu erfüllen, sei eine bessere Finanzausstattung der Bundesfachgruppe über höhere Beiträge der Landesverbände nötig. Für den LVEO bedeutet dies eine Aufstockung von knapp 14.000 Euro auf nunmehr 26.000 Euro.

Qualitätsproduktion deutlicher kommunizieren

Auf der Mitgliederversammlung sprachen sich LVEO-Geschäftsführer Manfred Hofmeister und Präsident Müller dafür aus, die Bemühungen um eine Qualitätsproduktion dem Verbraucher offen zu kommunizieren und nicht immer nur bei vermeintlichen Rückstandsproblemen zu reagieren. Der Einsatz von Pflanzenschutzmittel brauche dringend eine Versachlichung. Außerdem soll es bei Strauchbeeren künftig die Nutzung des baden-württembergischen Qualitätszeichens (QZBW) geben. Zudem habe der Verband eine neue Aufgabe übernommen. So wird nun die Fördermaßnahme zur Stärkung des ökologischen Landbaus in Baden-Württemberg über den LVEO abgewickelt. Die Förderung kommt insbesondere Streuobstwiesenbewirtschaftern zu Gute, die über das Programm MEKA III keine Zuwendung erhalten. 

Zum Thema:

Die Diskussion über die EU-Agrarpolitik nach 2013 wird noch zwei Jahre andauern. Dass die Direktzahlungen und damit das Festhalten an der ersten Säule für die deut­sche Landwirtschaft unverzichtbar sind, be­kräftigten sowohl Minister Köberle und LVEO-Präsident Franz Josef Müller sowie Dr. Peter Pascher vom Deutschen Bauern­verband. Schon heute machten die Flä­chenprämien meist mehr als die Hälfte des Betriebseinkommens aus. Von der Netto­wertschöpfung der deutschen Landwirt­schaft in Höhe von 15,5 Milliarden Euro pro Jahr entfällt mit 5,4 Milliarden etwa ein Drittel auf die Direktzahlungen. Ein Lichtblick für den Obstbau, dass bis 2013 die Zahlungen für die Baumobstflächen in der Abschmel­zungsphase zunächst noch jährlich steigen.

Sorgen bereitet unterdessen Dr. Pascher die Forderungen nach einer weiteren Ökolo­gierungskomponente. „Wir werden das Greening in der öffentlichen Diskussion nicht mehr wegbekommen", befürchtete er, weshalb es umso wichtiger sei, die Vorleis­tungen der deutschen Landwirtschaft in die­sem Punkt deutlicher herauszustellen. Be­reits heute falle ein Drittel der Fläche unter Agrarumweltmaßnahmen. 

BWagrar – 5/2011, we)

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