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30.08.2011
Frostschäden 2011 in Wein- und Obstbau - Beihilfe kann ab sofort beantragt werden
Antragsfrist läuft bis 31. Oktober 2011

Nachdem die einschlägige Verwaltungsvorschrift Ende August 2011 in Kraft getreten ist, können betroffene Wein- und Obstbaubetriebe die von der Landesregierung eingerichtete Beihilfe für Schäden infolge der Spätfröste Anfang Mai dieses Jahres ab dem 1. September 2011 beantragen.
26.05.2011
Frostschäden
Frostschäden im Obstbau
20.07.2011
Hagelbeihilfe
Antragstellung "Hagelbeihilfe" 2011 

Frostschäden

Frost erschüttert den Obstbau

Die niedrigen Temperaturen (bis zu minus 5°C) in der Nacht von 3. auf 4. Mai haben in Nord Württemberg, insbesondere im Raum Öhringen, Heilbronn, Main-Tauber-Kreis und Ludwigsburg zu teilweise massiven Schäden im Obstbau geführt.

Der LVEO befürchtet, dass in den betroffenen Regionen zwischen 50 bis 70 Prozent der Obstanlagen durch Frost geschädigt sind. Einige Betriebe haben bis zu 100 Prozent Schäden in Kern-, Stein- und Beerenobstanlagen zu verzeichnen. Es ist mit erheblichen Ernteausfällen zu rechnen, die nach ersten Schätzungen bei 50 Prozent liegen, was ca. 5-8 Mio. Euro entsprechen könnte. Die Frostschäden erinnern an das verheerende Hagelunwetter im Jahr 2009 (Schaden 5 Mio. Euro). Das MLR erfasst derzeit die genaue Höhe der Frostschäden.

12.05.2011/ T.Schmolke / LVEO


Landwirtschaftsminister Bonde sichert Unterstützung für betroffene Betriebe zu

Am Tag seiner Amtseinführung, am 13. Mai 2011, informierte sich Alexander Bonde, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, auf dem Obstbaubetrieb Behringer in Boxberg-Bobstadt über das Ausmaß der gravierenden Frostschäden im Obstbau.

Der Minister war ins Taubertal gekommen, um gemeinsam mit dem Präsidenten des Landesverbandes Erwerbsobstbau Baden-Württemberg (LVEO), Franz Josef Müller, LVEO-Vorstandsmitgliedern sowie betroffenen Obstbauern mögliche Lösungsansätze zu erörtern. „Der unerwartete Frosteinbruch in der Nacht von 3. auf 4. Mai hat den Obst- und Weinbau in Nord-Württemberg schwer getroffen. Kern- und Steinobst wurde auf rund 1.200 ha, Strauchbeeren auf rund 200 ha und Erdbeeren auf rund 400 ha massiv geschädigt. Die Schäden belaufen sich auf insgesamt 25 Millionen Euro, davon entfallen allein 10 Millionen Euro auf den Obstbau“, so der Minister.

Der neue Landwirtschaftsminister, Alexander Bonde, informiert sich bei LVEO-Präsident Franz Josef Müller und Betriebsleiter Friedrich Behringer über die Frostschäden im Obstbau (v.n.l.)

Beim Rundgang durch die von Frost geschädigten Obstanlagen sicherte Bonde die Unterstützung des Landes für die betroffenen Betriebe zu und verkündete, dass im Ministerium bereits eine Arbeitsgruppe eingerichtet sei, die gemeinsam mit berufständischen Vertretern des Obst- und Weinbaus, mögliche Hilfsmodelle entwickeln werde.

Der Minister erklärte, dass er sich steuerliche Erleichterungen oder Liquiditätshilfen, die über Sondermittel im Landeshaushalt zur Verfügung gestellt werden müssten, für die betroffenen Betriebe vorstellen kann. LVEO-Präsident Müller richtete die konkrete Forderung nach zinsfreien Darlehen, der Aussetzung von Vollstreckungsmaßnahmen sowie den Verzicht auf Säumniszuschläge an den Minister. In diesem Zusammenhang appellierte Bonde auch an die Hausbanken, die jetzt mit entsprechenden Darlehen in die Pflicht genommen werden sollten.

Für Präsident Müller ist die Bereitstellung von Bürgschaftskrediten durch das Land ebenfalls notwendig, um die Existenzen der betroffenen Betriebe zu sichern. „Staatsbürgschaften werden bereits vielfach im Banken- und Industriesektor angewendet und sollten demnach auch für den Obstbau zur Verfügung stehen“, so der Präsident. Im Namen des gesamten Berufstandes richtete Müller auch die Forderung nach Soforthilfemaßnahmen an den Minister. „Ad-Hoc-Beihilfen für die betroffenen Betriebe haben sich bereits nach dem schweren Hagelunwetter am Bodensee im Jahr 2009 als erfolgreiche Maßnahme der Soforthilfe erwiesen“, erklärte er.

LVEO-Präsident Franz Josef Müller (links) und Vizepräsident Walter Söllner (rechts) überreichen dem neuen Landwirtschaftsminister Alexander Bonde die Forderungen des Berufstandes zur Unterstützung der betroffenen Obstbauern.

Die Frostschäden zeigen, wie abhängig der Obstbau und die gesamte Landwirtschaft von den teils verheerenden Auswirkungen der Unbilden des Wetters sind. Zudem stellen starke Schwankungen an den Absatzmärkten langfristig wirtschaftliche Risikofaktoren für die Betriebe dar. Um eine entsprechende betriebliche Liquiditätsvorsorge für den Risikofall treffen zu können, forderte der LVEO-Präsident steuerfreie Risikoausgleichsrücklagen für die gesamte Landwirtschaft.

Auch die Forderung nach bezahlbaren Versicherungsmöglichkeiten gegen Frostschäden im Erwerbsobstbau wurde von den Vertretern des Berufstandes vorgebracht. Die Mehrgefahrenversicherung sei eine wichtige Voraussetzung für das betriebliche Krisenmanagement und damit ein Instrument für effektives Risikomanagement, erläuterte Präsident Müller.

Der LVEO-Präsident dankte dem Landwirtschaftsminister für seinen Besuch als Zeichen der Solidarität mit dem obstbaulichen Berufstand und der gesamten Obstwirtschaft. Er forderte den Minister auf, die vom LVEO vorgeschlagenen Unterstützungsmöglichkeiten für betroffene Betriebe zu prüfen und bot seine Zusammenarbeit mit der eingerichteten Arbeitsgruppe im Ministerium an, um gemeinsam praxisgerechte Lösungen zu erarbeiten.

16.05.2011 / T.Schmolke / LVEO


Frostschäden im Obst- und Weinbau –
SPD-Fraktionsvorsitzender Claus Schmiedel im Taubertal

Am 23.05. informierten sich der SPD-Fraktionsvorsitzende, Claus Schmiedel, und der agrarpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Alfred Winkler, in Beckstein im Main-Tauber-Kreis über die gravierenden Frostschäden im Obst- und Weinbau.

„In Absprache mit Landwirtschaftsminister Bonde sind wir sind ins Taubertal gekommen, um uns ein eigenes Bild von den Frostschäden zu machen“, erklärte Schmiedel. Im Dialog mit den Landtagsfaktionen würde dann nach praktikablen Lösungen für die Unterstützung der betroffenen Betriebe gesucht, ergänzte er. 

Der Frost hat Nord-Württemberg und vor allem das Taubertal extrem getroffen. Über 800 Hektar Reb- und Obstfläche sind massiv betroffen. „Die Betriebe haben Schäden bis zu 100 Prozent zu verzeichnen“, sagte Reinhard Frank, Landrat im Main-Tauber-Kreis. Nach Information des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis seien an Reben Triebspitzen und an Obstbäumen Fruchtstände erfroren. Es sei mit Ertragsausfällen im Wein- und Obstbau in Höhe von 90 Prozent zu rechnen. Trockenheit könnte zusätzliche Einbußen bringen.

Vertreter der Weinwirtschaft schilderten dem SPD-Fraktionsvorsitzenden ihre schwierige Lage. Der Sprecher der privaten Weingüter, Hubert Benz, wies darauf hin, dass trotz Totalausfällen weiterhin Löhne gezahlt und Kapitaldienste geleistet werden müssten. Ebenso seien jetzt Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen in den Anlagen notwendig. Alexander Ley, Geschäftsstellenleiter der Winzerkeller im Taubertal, erklärte, dass die bevorstehende Missernte und die knappen Weinvorräte den Verlusten des Kundenstamms und die Auslistung im Lebensmitteleinzelhandel bewirken könnten. „Wir müssen langfristig lieferfähig bleiben“, bekräftigte Martin Henrichs, Geschäftsführer der Becksteiner Winzer, und forderte verbesserte Zukaufmöglichkeiten sowie wirksame Liquiditätshilfen. 

LVEO-Präsident Franz Josef Müller (rrechts) zeigt dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Claus Schmiedel die Frostschäden an Obstanlagen im Taubertal.

„Ad-Hoc-Beihilfen haben sich bereits nach dem schweren Hagelunwetter am Bodensee im Jahr 2009 als erfolgreiche Maßnahme erwiesen und müssen auch jetzt für die vom Frost betroffenen Betriebe bereitgestellt werden“, forderte der Präsident des Landesverbandes Erwerbsobstbau Baden-Württemberg (LVEO), Franz Josef Müller. Er erklärte, dass sich die Schäden an Kern-, Stein- und Beerenobst in den betroffenen Regionen mittlerweile auf 15 Millionen Euro beliefen und viele Betriebe vor dem Existenzverlust stünden.

Schmiedel reagierte darauf positiv. Er könne sich durchaus vorstellen, die Soforthilfe nach dem Hagelschlag als Vergleichsgrundlage für die Bewertung einer Ad-Hoc-Beihilfe für Frostschäden heranzuziehen. Ebenso sind für ihn eigenkapitalersetzende Darlehen denkbar. „Das wichtigste ist jetzt, dass es mit der Obst- und Weinwirtschaft weitergeht“, so der Fraktionsvorsitzende. Die Forderungen müssten nun sortiert und die Umsetzung geprüft werden, sagte Schmiedel.

Die Forderung des LVEO-Präsidenten nach bezahlbaren Versicherungsmöglichkeiten gegen Frostschäden, als Instrument für das betriebliche Krisenmanagement, ließ der agrarpolitische Sprecher der SPD-Fraktion ins Leere laufen. Er meinte, wenn sich alle Betriebe gegen Frost versicherten, dann wären die Versicherungsprämien entsprechend günstig und eine staatliche Unterstützung nicht notwendig.

25.05.2011/ T.Schmolke / LVEO


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